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Special Feature - Bill Billet

Passionierter Motorradrennfahrer, Freiwilliger mit 15 Jahren, Korea Veteran, USFA Angehöriger, erfolgreicher Geschäftsmann und ab 1988 Präsident der USFA Veterans Association – das sind nur einige der Meilensteine in Bill Billets bewegtem Leben.

BlueDanubeNetwork.at traf Bill Billet, seine Frau Linda und gemeinsame Freunde am 30. Mai 2013 während seines fast alljährlichen Österreichurlaubs zu einem Interview in Wien - kurz bevor er (mit dem Auto !) in die Normandie aufbricht, um an den D-Day Gedenkfeierlichkeiten am 6. Juni teilzunehmen.

Bill erzählt, dass er 1945 im Alter von 15 Jahren das erste Mal nach Europa kam. Damals war er mit dem 350th Infantry Regiment der 88th Infantry Division im Hauptquartier in Leghorn (Livorno) stationiert. Es dauerte aber nicht allzu lange, bis man entdeckte, dass Bill bei seinem Alter geschummelt hatte, um als Freiwilliger in die Army aufgenommen zu werden - er hatte das Geburtsdatum seiner älteren Schwester angegeben. Nachdem der Schwindel aufflog, wurde Bill wieder in die Staaten zurückgeschickt und konnte erst zwei Jahre später, im Alter von 17 Jahren der Army beitreten.

1950 wurde er nach Korea entsandt und war dort bis November 1950 im Einsatz, ehe er zurück nach Europa versetzt wurde – diesmal zur USFA (United States Forces in Austria) nach Salzburg.

Hier war er zunächst – bereits im Rang eines „2nd Lieutenant“ – im Hauptquartier in Saalfelden bei der „Military Intelligence“ (S2) im Einsatz und übersiedelte später in’s „Camp Roeder“ (benannt nach Captain Robert E. Roeder), der späteren „Schwarzenbergkaserne“.

Bill Billet as USFA Member

(Bill Billet als USFA Angehöriger)

In Österreich war es auch, wo Bill seiner großen Leidenschaft, dem Motorradrennen, wieder nachgehen konnte. Von seinem Vater – ebenfalls ein begeisterter Motorradfahrer – hatte er die Leidenschaft für das Motorradrennen geerbt und war bereits im Alter von 16, 17 Jahren in den USA regelmäßig Rennen gefahren. Anders als in den USA, wo er bisher nur an sogenannten „Flat Track Races“ – also Speedway Rennen teilgenommen hatte, fuhr er hier Straßenrennen. Sein erstes Straßenrennen bestritt er in Mattighofen.

(Bill Billet als Teilnehmer eines Motorradrennens in Österreich)

1952 wurde Bill Billet nach Linz, in’s Camp McCauley (dem späteren Fliegerhorst „Hörsching“) versetzt. Hier versah er, bereits „Captain“ Dienst bis 1954, ehe er in die USA zurückkehrte und die Army verließ.

Nach seiner Rückkehr arbeitete Bill Billet in unterschiedlichen Bereichen, ehe er sich mit seinem eigenen Versicherungsgeschäft erfolgreich selbständig machte.

Seiner großen Leidenschaft, dem Motorradrennen blieb er aber auch nach seiner Rückkehr treu. Er fuhr bis in seine 60er Jahre aktiv Motorradrennen und sammelte auch Motorräder – er importierte tlw. auch heutige Raritäten, wie eine Puch 250 TF, eine Horex Regina, eine Zündapp KS600, oder sogar eine Moto Guzzi aus Italien, die er sich eigens via Austrian Airlines in die USA bringen ließ.

1988 gründete Bill Billet die „USFA Veterans Association“ um mit ehemaligen Kameraden in Verbindung zu treten und wurde später auch Präsident der USFA Veterans Association.

Bill erzählt, dass er – als Präsident der USFA Veterans Associations 1989 einen Anruf erhielt, und er gefragt wurde, ob er nicht nach Washington kommen wolle, um dort den österreichischen Botschafter zu treffen. Er hielt dies zunächst für einen dummen Scherz, doch es stellte sich rasch heraus, dass sowohl der Anrufer, als auch die Einladung nach Washington echt waren. In Washington traf Bill den österreichischen Botschafter, Friedrich Hoess, der ihn nach Österreich einlud. So kam es, dass Bill Billet im September 1989 nach Österreich zurückkehrte und neben einem Treffen mit dem damaligen Bundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim, auch die Gelegenheit hatte, Erinnerungen an seine Zeit in Österreich aufzufrischen.

Seit dieser Zeit kehrt Bill fast jährlich für einen ca. einmonatigen Urlaub nach Österreich – an den Attersee – zurück. Er erzählt uns, dass sein Militärdienst damals in Österreich für ihn und viele seiner Kameraden, die auch in anderen Teilen der Welt gedient hatten, die schönste Zeit ihres Militärdiensts war.

Wir freuen uns schon, Bill Billet nächstes Jahr wieder zu treffen und wünschen ihm bis dahin alles Gute.